Zu einer Tiergerechten Pflege, gehört auch die Einhaltung der Ruhezeiten. Eine Winterruhe halte ich für alle Arten aus dem gemäßigten Klima für wichtig, nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung. Auch Schlüpflinge kommen gleich im ersten Lebensjahr in die Winterruhe, in der Natur gibt es auch keine Ausnahmen. Aus Angst um die Tiere, Bequemlichkeit oder reiner Ignoranz, unterlassen viele Halter diese Ruhezeit und wundern sich über die schlecht gewachsenen Panzer oder das die Schildkröten krankheitsanfällig sind. Ich halte nichts davon, die Tiere ständig bei gleichbleibenden Bedingungen zu pflegen. Das macht sie träge und anfällig für Krankheiten. Wechselnde Temperaturen härten sie dagegen ab. Die Zeit in der meine Tiere in Winterruhe sind, nutze ich, um die Aquarien gründlich zu reinigen und eventuell umzubauen. |
|
Diesen Licht- und Temperaturgradienten nutze ich für meine Zier- und Höckerschildkröten, die in den Südstaaten der USA, ihr Vorkommen haben z.B. Graptemys oculifera, G. nigrinoda aber auch G. versa, G.caglei und Chrysemys picta dorsalis. |
|
|
WT= Wassertemperatur; HQI= Heizstrahler über dem Sonnenplatz; LS= Leuchtstofflampen |
Da ich nicht über (Keller-) Raüme mit den entsprechenden Temperaturen verfüge, führe ich die Winterruhe im Kühlschrank durch. Ab Anfang November sind die Temperaturen im Aquarium, durch Temperaturabsenkung und Verringerung der Beleuchtungsdauer und der Lichtintensität, auf etwa 20°C bis 18°C gesunken. Wer seine Schildkröten aufmerksam beobachtet, wird auch eine Verhaltensänderung an seinen Tieren beobachten. Sie werden ruhiger, fressen nicht mehr so viel, meistens nur noch kleine Leckerbissen. Jetzt wird die Fütterung eingestellt. Etwa Mitte November, die Tiere haben dann 2 Wochen nichts mehr zu fressen bekommen, werden die Schildkröten einzeln in Kühlschrankdosen überführt, mit einer Wasserhöhe, die etwa der doppelten Panzerhöhe entspricht. Die Dosen müssen so gross sein, dass sich die Schildkröte bequem drehen kann. Der Deckel bekommt ein etwa 1cm grosses Loch, für den Luftaustausch. Zwischen Wasseroberfläche und Deckel, muss noch ein genügender Luftraum sein. Diese Dosen kommen nun für etwa 10 Tage auf die Fensterbank im Schlafzimmer. Das Fenster liegt in nördlicher Richtung und die Heizung bleibt aus. |
![]() |
So erreiche ich eine Temperatur von 15°C bis 10°C. Steigt die Temperatur höher als 15°C, wird ein Fenster zum lüften angekippt. Die Zeitung dient dazu, das die kühle Luft nicht direkt in die obersten Behälter gelangt. In den ersten Tagen rumoren die Schildkröten noch ein wenig, werden aber mit zunehmender Kälte immer ruhiger. Gegebenfalls wird das Wasser gewechselt, wenn noch Kot abgegeben wird. Das Wasser bekommt keine Zusätze. Nach den 10 Tagen Fensterbrett, werden die Dosen in den Kühlschrank überführt. |
|
|
|
|
Selbst Tiere aus den Tropen oder Subtropen z.B. von der Halbinsel Florida (Pseudemys rubriventris) oder aus Mittel- und Südamerika (Trachemys scripta calirostris, Trachemys scripta dorbigni) unterliegen einem Jahreszeitlichen Temperaturverlauf. Das Wasser kühlt sich in der Regenzeit um einige Grade ab und auch die Tageslufttemperaturen sind durch den Wolken verhangenen Himmel nicht so hoch. Bei solchen Tieren bietet sich die Teichhaltung im Sommer ( in Deutschland regnet es sowieso immer im Sommer :-) bei 20°-26°C WT als “Winterzeit” und eine Zimmerhaltung in der restlichen Zeit, bei entsprechend hohen Temperaturen 28° bis 30°C WT als “Sommerzeit” an. Werden solche Tiere ganzjährig im Aquarium gehalten, wird im Sommer das Wasser auf Zimmertemperatur gesenkt und der Wärmestrahler für zwei Monate abgeschaltet, die Allgemeinbeleuchtung bleibt weiterhin 10 -12 Stunden am Tag an.
|